Ein Vegetarier kocht in Japan

Print Friendly, PDF & Email

Diese Woche schicke ich kein neues Rezept, sondern einen kleinen, persönlichen Bericht von meiner Reise durch Japan.

Ich hatte das große Vergnügen mich in einer neuen Situation auszutesten: ich habe für meine Schwiegermutter gekocht. Sie lebt nun seit 3 Jahren alleine und wir wollten ihr etwas Gutes tun und ihr auch etwas vegetarisches aus unserem Leben zeigen.

Ich koche hin und wieder außerhalb meiner Küche, aber mit so einer neuen Situation habe ich noch nicht zu tun gehabt.

Zuerst kam das Einkaufen. Die Auswahl in Supermärkten ist sehr anders, zum anderen kann ich ja leider nichts lesen 😉

Zum Glück hatte ich eine qualifizierte Einkaufshilfe dabei und es gibt sogar Produkte, die zusätzlich in Englisch beschriftet sind. Der Supermarkt bietet Gemüse und Obst sehr saisonal an, was an sich toll ist, aber meine Pläne auf die Probe gestellt hat. Z.B. habe ich nach Fenchel gesucht, aber den gibt es im Sommer nicht in Japan. Wahrscheinlich kann man alles zu jeder Zeit in Tokio kaufen, aber nicht auf dem Land. Es ist gerade Sommer mit Temperaturen über 30° C mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und das wirkt sich auch auf die angebotenen Produkte aus. Überraschender Weise gab es grünen Spargel und Kräuterseitlinge und so habe ich mich in der Gemüseabteilung inspirieren lassen und nicht nach Plan gearbeitet.

Richtig spannend war aber wie ich in der Küche zurecht kommen würde. Alles ist anders, Herd mit Gas, andere Töpfe, Pfannen und Messer. Keine Gewürze außer Salz und Pfeffer und dann funktioniert alles anderes herum: der Wasserhahn geht auf, wenn du ihn nach untern drückst und nicht zu. Ich habe viel mit Wasser herumgespritzt bis ich dass in den Griff bekommen habe.

Ich habe dann sehr intuitiv, nach Erfahrung und ohne Rezept gekocht und das hat mir Spaß gemacht.

Folgendes habe ich zubereitet:

Tag 1: Spaghetti aglio e olio, Pilze in Alufolie geschmorrt, Antipasti aus Paprika, Zucchini und Aubergine

Tag 2: Gebratene Gnocchi mit Zwiebeln und grünem Spargel, Tomaten mit Pesto (aus getrockneten Kräutern) und Mozzarella

Tag 3: Arme Ritter Rollen mit Shizo anstatt Spinat zum Frühstück, Spaghetti mit Kräuterseitlingen, Rosmarin Bratkartoffeln

Zum Glück hat alles gut funktioniert und es hat allen sehr gut geschmeckt. Leider habe ich nicht daran gedacht Fotos zu machen.

Mal sehen was die nächste Herausvorderung sein könnte, kochen auf einem Campingkocher im Wald? Zutaten vorher selber sammeln?

Hier noch ein paar Fotos von der Reise:

4 Kommentare

  • Kim

    Vielen lieben Dank für das Teilen ein paar Deiner persönlichen Eindrücke aus Japan.
    Wie schön! ☺️
    Dass du Dir zugetraut hast, quasi „frei Schnauze“ mit fremden Material in ungewohnter Umgebung zu kochen und dafür auch noch einzukaufen – super spannend!
    Ich hoffe, ihr hattet /habt(?) eine wunderschöne Zeit dort!
    Lieben Gruß

  • Dagmar Ninnemann

    Sehr beeindruckend, Heike. So vielseitig – Natur und Kultur und auch Familie. Toll!

  • Hanna

    Tolle Fotos und der Bericht erzeugt Fernweh. Wegen der Wildbäche müsste ich doch mal dahin.
    Bestimmt hat Deine Schwiegermutter es genossen, Euch da zu haben. Gehört der Garten zu dem traditionellen Hotel?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.